Seit 2014 warnt Stadtrat Dörfler in der alle Jahre wiederkehrenden Haushaltsrede vor dem enormen Schuldenberg, den die SPD über Jahrzehnte angesammelt hat. Die letzten zwei Jahre brüsteten sich die Stadtoberen mit Miniüberschüßen von wenigen Millionen Euro bei einer Schuldenlast im Milliardenbereich.
Bedingt durch die Niedrigzinsphase fanden nur Umschuldungen statt, parallel aber keine Schuldentilgungen. Bei der Gewerbesteuerentwicklung hilft ein Blick in die Bücher des Bayer. Landesamtes für Statistik. Der Vergleich mit allen anderen bayerischen Großstädten zeigt die Defizite auf, dabei ist die unterproportional sich entwickelnde Gewerbesteuer die wichtigste Steuerquelle für die Stadt Nürnberg. Im Vergleich zum Rest von Bayern finden in der Noris keine nennenswerten Neuansiedlungen von Industriebetrieben statt. Die Nürnberger GroKo von CSU und SPD geht lieber andere Wege. So hat sie im Mai 2014 das 30 ha große Hafeindustriegebiet-Süd wieder aufgelassen und der Natur überlassen. Seitdem sucht das Wirtschaftsreferat vergebens nach neuen zusammenhängenden Ersatzflächen – was für ein Armutszeugnis! Einst wirtschaftliches Oberzentrum Nordbayerns mutiert Nürnberg zum größten Schläferdorf in Bayern. Die Einwohnerzahl ist binnen Kürze um 30.000 auf 530.000 Einwohner gestiegen. Leider ist auch der Topf der sozialen Transferzahlungen deutlich gestiegen und beläuft sich auf ca. 900 Mio Euro/Jahr, was in Summe 50% des Gesamthaushalts der Stadt ausmacht. Seit der Einführung von Dopik zur Bilanzierung des städtischen Haushalts nutzt auch das Finanzreferat sämtliche legale Methoden der Bilanzkosmetik. Insofern brauchen sich künftig weder der Oberbürgermeister noch der Kämmerer über das wirtschaftliche Gebaren von Großkonzernen zu mokieren. Letztlich scheint aber die Kriegskasse nicht gänzlich leer zu sein, denn das Kulturreferat leistet sich eine Bewerbung Nürnbergs zur „Europäischen Kulturhauptstadt 2025“.
Alleine die Bewerbungskosten betragen 5 Mio Euro. Im dümmsten Falle, einer Nominierung Nürnbergs kommen nochmals geschätzt 30-50 Mio Euro hinzu. Naja, wer hat der hat – oder auch nicht.

Was unternimmt nun die Stadtverwaltung, um einen Zwangshaushalt durch die Bezirksregierung zu vermeiden? Notwendige Instandhaltungen bei Schulen, Kindergärten und den vielen Brücken und Straßen in der Stadt wurden sträflich vernachläßigt und wiederholt zeitlich geschoben. Hauptmarkt und Obstmarkt sollten längst saniert sein. Das Gartenbauamt wurde zur Kosteneinsparung aufgelöst, die ungepflegten öffentlichen Grünanlagen zeugen davon. Der städtische Tiergarten kann sich Elefanten und Braunbären nicht mehr leisten, dafür bevölkern jetzt kostengünstige Mistkäfer das Tropenhaus. Wahlversprechen wie die Sanierung des Volksbades werden nicht eingehalten. Immer mehr städtisches Tafelsilber in Form von Immobilien (Häuser und Grundstücke) werden gegen den Willen der FREIEN WÄHLER und anderer kleiner Parteien verkauft. Aktuelles Beispiel ist das Gelände der ehemaligen Kfz-Zulassung in Großreuth direkt am Volkspark Marienberg, ein Sahnestück. Die stadtbekannten Spekulanten der Immobilienbranche scharren schon mit den Hufen. Zeitgleich ist die städtische Wohnungs-Bau-
Gesllschaft auf Tauchstation gegangen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Maly und Konsorten der nächsten Generation eine horend verschuldete Stadt hinterläßt. Künftige Generationen werden die Schulden von heute tilgen müssen, verlieren gleichzeitig eigene Handlungsspielräume…. und wie gesagt, vieles vom städtischen Tafelsilber ist dann nicht mehr vorhanden. Das ist weder sozial noch demokratisch. Zukunft schaut anders aus !